MEINE GRÜNDUNGSGESCHICHTE (3/5)

 

TEIL 3: „In diesem Moment der Einsamkeit…“

Fast forward 2 Jahre: Ich liege auf der Couch in meiner neuen Wohnung in Linz. Erschöpft. Frustriert. Unsicher.

Mittlerweile bin ich Regionalleiter für Oberösterreich. Ich soll Teach For Austria hier auf den Weg bringen. Trotz politischer, bürokratischer und praktischer Widerstände.

[Übrigens: Das ist Teil 3 meiner 5-tägigen Vorstellungs-Geschichte. Teil 2 findest du hier und den Start mit Teil 1 kannst du hier nachlesen.]

Ich denke darüber nach, 

  • wie wir die Probleme aus dem Meeting von vor 2 Jahren gut geklärt haben und sie jetzt nicht mehr so groß scheinen

  • wie es tatsächlich funktioniert hat, Training & Support in ein Self-Managed Team umzubauen – eine Zeit lang zumindest. Bis das Pendel der Veränderung in die andere Richtung schwing… viele Learnings, aber das ist eine andere Geschichte.

  • wie dankbar & begeistert ich bin, eine so lern- und wachstumsbereite Organisation mit gestalten zu dürfen! Davon will ich mehr!

Gleichzeitig liege ich jetzt hier. Alleine und verausgabt. 
Unser Ziel war es, mit 11 Fellows (= Programmteilnehmer) in der Region zu starten.
Wir haben „nur“ 8. Trotz enormer Anstrengung und großem Druck.

Und auch DAS THEMA meines Lebens war wieder einmal da, eine lähmende Mischung aus:

1. Einsamkeit. Manchmal selbst, wenn ich unter Menschen bin. Denn echte Verbundenheit braucht etwas Tieferes, als das, was ich damals kannte.

2. Scham, nicht alles „unter Kontrolle“ und „im Griff“ zu haben. Und dann…

3. Noch mehr Rückzug, Selbstmitleid und schließlich noch mehr Druck.

 

Ich muss das alleine hinkriegen!“ dachte ich damals oft. 

Ich hatte noch nicht gelernt Grenzen zu setzen. Noch keine Kapazität, die wirklich wichtigen Dinge anzusprechen und direkte Konfrontationen anzugehen. Noch keine Bereitschaft, etwas unterhalb meines Halses zu spüren. Und noch keine Übung darin, mich das auch vor anderen Menschen zeigen zu trauen.

Gefühle, Emotionen, Stimmungen – alles schön und gut… 

  • …aber nur, wenn es um etwas „Positives“ geht

  • …oder wenn es andere sind, die halt mal „die Kontrolle verlieren“

  • …oder wenn ich sehr, sehr gute Gründe dafür hatte

Ärger, Traurigkeit, Erschöpfung, Unsicherheit & andere „negative“ Emotionen
– da steh ich drüber! 

Höchstens zuhause gibt es das: Alleine auf der Couch oder mit ganz, ganz engen Menschen.

Kurz: Stolz und Status waren mir wichtiger als Offenheit und echtes Lernen.

 

Und in diesem Moment der Einsamkeit…

…läutet plötzlich auch noch das Handy. Die Leitung des Recruiting Teams aus Wien.

 

Es geht (wieder einmal) um Ressourcen. Ich beschwere mich über ihre Entscheidung, doch keine Person für das Recruiting in Oberösterreich anzustellen. 

Sie versteht nicht, woher der ganze Widerstand kommt.

Wir stecken fest. In einem Konflikt. Und ich bin mir sicher, dass ich Recht habe!

 

„Die von der ‚Zentrale‘ verstehen uns halt einfach nicht…“ denke ich nachdem wir aufgelegt hatten.

Ähnlich wie ein paar Monate zuvor beschwere ich mich in der nächsten Zeit mal still, mal anderen gegenüber über (1) zu wenig Ressourcen, (2) zu wenig Wertschätzung und (3) fehlende Klarheit!

 

Ich bin frustriert und irgendwie auch immer mal wieder kurz davor, einfach aufzugeben.

Aber so schnell geht das bei mir nicht. Stattdessen habe ich mich radikalisiert… 😲 Wie? Dazu gibt es in der nächsten Mail etwas mehr.

Ha… Noch so ein Cliffhanger😜 Ich würd mich freuen, wenn du weiterliest!

Hier geht es weiter mit Teil 4.

 

Und wie weiter?

Wenn du neugierig bist mit mir zusammenzuarbeiten, dann komm doch zum nächsten Durchgang von Changemaking101 oder schreib mir einfach.

Hier findest du mehr Infos dazu:

Ich würd mich freuen, dich dort zu sehen!